Fotoespresso: Anmerkungen in Capture One Pro 11

Anmerkungen sind neben dem überarbeiteten Umgang mit Ebenen die zweite große Neuerung in Capture One Pro 11. Damit zeichnen Sie Notizen, z.B. für die spätere Bildbearbeitung direkt ins Foto. Wir zeigen Ihnen, wie das geht und vor allem: was das soll.

Als Apple mit iOS 11 die Screenshot-Funktion radikal überarbeitete, war bei manchen das Staunen groß. Nicht nur konnte man endlich Screenshots ohne zu sichern an weitere Apps weitergeben und z.B. auf Twitter posten. Durch das iPad Pro und dessen Stift kam auch die Möglichkeit hinzu, kurz mal direkt in ein Bild reinzukritzeln und so Dinge hervorzuheben oder zu übermalen. Die Idee, Bilder mit Anmerkungen zu versehen, ist aber alles andere als neu. Anmerkungen, auch Markup oder Annotations genannt, begleiten die Fotografie seit ewigen Zeiten: Der Fotograf notierte so, wie im Labor zum Beispiel eine Ausschnittvergrößerung aussehen sollte (»Crop«) oder welche Bildteile bei der Vergrößerung selektiv nachbelichtet oder abgewedelt werden sollten (»Dodge & Burn«).

Was nützen Ihnen Anmerkungen in Capture One?

Capture One Pro 11 bietet Ihnen nun diese Funktionalität direkt im Raw-Entwickler. […] Aber auch als Einzelkämpfer sollten Sie sich Anmerkungen genauer ansehen. Zum Beispiel ist es als Lernwerkzeug nützlich: Betrachten Sie Ihre gelungensten Bilder und zeichnen Sie direkt ins Foto, was genau an dem Bild »passt«. Zeichnen Sie Perspektivenlinien ein, oder markieren Sie Vordergrund, Mitte und Hintergrund. Tun Sie im Anschluss dasselbe mit ihren schlechteren Bildern – Sie werden viel darüber lernen, wie Sie »fotografisch sehen«. Markieren Sie Bildfehler, störende Elemente, machen Sie sich Notizen über problematisch belichtete Stellen im Bild (wo ist zu viel ausgebrannt, wo zu viel unterbelichtet?), und Sie werden auch Ihre Kamera besser kennenlernen.

Anmerkungen sind nicht nur Kommunikationsmittel, sondern dienen auch als Gedankenstütze und Lernwerkzeug.
Anmerkungen sind nicht nur Kommunikationsmittel, sondern dienen auch als Gedankenstütze und Lernwerkzeug.

Mehr zu Anmerkungen in Capture One 11 lesen Sie im Blog des Fotoespressos, auch als Ergänzung zu meinem Buch Praxis Capture One Pro 10 – weil, Capture One geht jetzt bis 11!™

Fotoespresso: Ebenen in Capture One Pro 11

Anfangs Dezember brachte Phase One die neue Version ihrer beliebten Fotosoftware Capture One Pro auf den Markt. Mit Version 11 hat sich das alte Mantra »Evolution statt Revolution« bestätigt. Capture One Pro 11 ist schneller, liefert schönere Bilder, fühlt sich ausgereifter und runder an. Von den wenigen wirklich neuen Funktionen stechen besonders die Ebenen ins Auge. Wobei, neu? »Aufgefrischt« trifft es besser – aber diese Auffrischung hat entscheidende Konsequenzen für Ihre Arbeit in Capture One Pro 11.

Aus lokalen Anpassungen werden Ebenen

Ebenen überall: Capture One Pro 11 bietet Ihnen in jedem Werkzeugregister die Ebenenübersicht und Optionen an (Pfeil).

Rein technisch betrachtet verbergen sich hinter den Ebenen die guten alten lokalen Anpassungen. Sie pinseln noch immer Werkzeugeinstellungen in maskierte Bildbereiche, und diese Arbeiten können Sie wie bisher in maximal 16 Ebenen pro Bild verwalten. Aber weshalb hat Phase One die Bezeichnung geändert? Vor allem, weil die Arbeit in Capture One Pro 11 sehr viel stärker aufs Denken-in-Ebenen ausgelegt ist als noch in den Versionen davor. Kurz gesagt rücken lokale Anpassungen – und damit eben die, nun ja, Ebenen – stärker in den Fokus der Software.

Mehr zu Ebenen in Capture One 11 lesen Sie im Fotoespresso, dem Magazin und Blog des dpunkt.verlags. So ein bisserl als Ergänzung zu meinem Buch Praxis Capture One Pro 10. Viel Spaß mit!

Neuneinhalb Wochen, oder: iPad-only? Durchaus möglich.

Seit neuneinhalb Wochen bin ich sowohl beruflich als auch privat (fast) ausschließlich mit einem iPad Pro unterwegs. Zeit für ein kurzes Zwischenfazit.

Ich liebe Computer. Ich bin das, was manche wohl »Geek«, andere »Nerd« und eher ältere Semester eventuell »Freak« nennen würden. Meinen Einstieg hatte ich mit einem mit Lötkolben übertakteten Commodore CBM 4032, richtig angefixt hatte mich dann der Amiga 2000, den ich mit einer unglaublich großen 40-MB-Festplatte für 1000 Franken und später einer superschnellen 68030er-Turbokarte (mit Co-Prozessor!) ausbaute. Meine ganzen Uni-Papers schrieb ich dann auf einem Acorn Archimedes 5000, später kam der unausweichliche Wechsel auf Windows XP, was allerdings schnell Linux weichen musste. 2006 benötigte ich mein erstes Notebook, Linux war damals dann auch für mich doch zu viel Gebastel, also wechselte ich Vollzeit auf Macs. Das Internet war für mich 1996 eine Offenbarung gewesen, und die technischen Möglichkeiten und Konzepte anno 2017 lassen mich manche Bände aus meiner Science-Fiction-Sammlung liebevoll, wenn auch ein bisserl mittleidig, streicheln.

Alte Dinge auf neuem Ding anstarren. Läuft.
Alte Dinge auf neuem Ding anstarren. Läuft.

Ich hasse Computer. Ich muss arbeiten, aber dann poppen Fenster auf, die Updates ankündigen. Ich soll einen Video ins Netz stellen, aber es wurde in einem komischen komprimierten USB-Stick-Dateiformat angeliefert und ich darf zuerst mal eine passende App für suchen, finde sie auf einer obskuren Website, die im GeoCities-Flair der 90er stecken geblieben ist. Irgendwie vertragen sich andere über Jahre angesammelte Tools nicht mit dem letzten OS-Update, aber ich habe die Dinger halt seit Monaten nicht mehr gestartet und merke es erst jetzt, kurz vor der Deadline. Irgend ein Dienst, der sich anno 2011 bei der Installation einer externen Festplatte installiert hatte, stürzt ständig ab und müllt mir die Konsole zu, obwohl ich alle auffindbaren Programmfragmente schon vor Jahren gelöscht habe und die Festplatte ebenso lange nicht mehr im Einsatz gewesen ist. »Clean Install« wäre mal endlich nötig, zum Glück habe ich mir über die Jahre einen komplexen mehrstufigen Backup-Ablauf angewöhnt, der mich pro Monat nur wenige Stunden Aufwand kostet.

Nun ja. Das als Hintergrund, ein Woher-der-Erni-kommt. Ich hätte auch kürzer schreiben können: Mich nerven Computer so sehr, wie ich sie liebe. Über die Jahre habe ich immer häufiger Dinge auf mehr oder weniger aktuellen iPads erledigt (incl. den Entwürfen für meine zwei Sachbücher). Im Sommer stellte Apple die zweite Runde an iPad Pros vor. Mein damaliger mobiler Hauptrechner hatte zwei Wochen zuvor eine dramatische Batterie-Blähung erlebt. Tja. „Neuneinhalb Wochen, oder: iPad-only? Durchaus möglich.“ weiterlesen

Capture One Pro: Unterwegs Zeit sparen – mit Sitzungen

01_eblast

Normalerweise habe ich wenige Dinge mit dabei, wenn ich beruflich als Fotograf unterwegs bin – Kameras, Objektive, Speicherkarten, Stift und Papier. Ich muss kein Notebook mit mir herumschleppen, ich bearbeite meine RAW-Dateien am großen Rechner. Bilder und Artikel liefere ich in der Regel einen, zwei Tage nach einer Veranstaltung.

Manchmal jedoch erhalte ich Aufträge, für die ich auswärts übernachten und Bilder vor Ort übergeben muss. Der Sitzungsmodus von Capture One macht mir in solchen Situationen das Leben entscheidend einfacher, sowohl im Hotelzimmer als auch später im Atelier.

Weshalb Sitzungen?

Zuerst einmal – ich bin mir Sitzungen gewöhnt. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Capture One, und sobald ich mir eine Arbeitsweise, einen »Workflow«, gewohnt bin, ändere ich nur ungern etwas daran. Ich verwende mittlerweile auf dem Desktop-Rechner auch Kataloge, aber auf Notebooks? Da greife ich weiterhin zu Sitzungen.

Abgesehen von der Macht der Gewohnheit machen es Sitzungen für mich einfacher, Bilder zu sichten, Sicherungskopien via FTP oder Dropbox zu erstellen und im Anschluss die Bilder incl. allen Einstellungen in meine Kataloge zu bekommen. „Capture One Pro: Unterwegs Zeit sparen – mit Sitzungen“ weiterlesen