Schärfetiefe als Gestaltungsmittel, eine kurze und etwas oberflächliche Betrachtung

Wenig Schärfetiefe ist etwas, was viele Foto-Leute fasziniert. Aber ist es auch gestalterisch sinnvoll? Ein cinematografischer Vergleich mit, nun ja, Kinofilmen.

Viele Fotografinnen und Fotografen vergöttern »schnelle« Objektive – also Objektive, die eine so große Blendenöffnung haben, dass man die Schärfetiefe auf ein paar Millimeter bis wenige Zentimeter runterschrauben kann. Wenn für ein Zoom-Objektiv f/2.8 schon als »schnell« gelten, ist für Festbrennweiten eigentlich alles ohne eine 1 vor der Blendennummer nur »langsam«. Als z.B. Leica Mitte der 2000er-Jahre seine Summarit-M-Linie mit einer maximalen Blendenöffnung von f/2.5 vorstellte, war das Geschrei unter den Fotoenthusiasten groß: zu langsam! Das Geschrei war so groß, dass die Neuauflage zehn Jahre später f/2.4 auf dem Frontelement aufgedruckt hat. Und sich die viel teureren Varianten Summicron (f/2.0) und Summilux (f/1.4) weiterhin größerer Beliebtheit erfreuen. Weil, klar: Schneller ist besser, denn damit geht »mehr Bokeh«, ein professionellerer Look, und sowieso, eine möglichst schmale Schärfetiefe ist das, was die Fotografie erst interessant macht. Oder so. „Schärfetiefe als Gestaltungsmittel, eine kurze und etwas oberflächliche Betrachtung“ weiterlesen

Progrey Filter-System: Von Filterhaltern und Adaptern.

Filter. Manche lieben sie, andere hassen sie. Beruflich gehöre ich in die zweite Kategorie, aber da ist ja noch mein Hobby »Landschaftsfotografie«. In einer kurzen Artikel-Reihe beschreibe ich meine Experimente mit dem Progrey Filter-System. Teil 2: Die Hardware.

Iburg, Wattwil. von Sascha Erni auf 500px.com

Verlaufsfilter hatten ihre große Zeit in der vordigitalen Ära: Was heutige Kameras mit Mehrfachbelichtungen, Motivprogrammen und gesteigerter Dynamik zu erledigen versuchen ging damals nur mit dem Einsatz von Filtern vorm Objektiv. Denn auch wenn das beste Filmmaterial auf rund 10 Blenden Dynamikumfang kam, beim Ausbelichten aufs Fotopapier musste man sich auf fünf bis sieben beschränken. Heutige Präsentationsformen wie LED-Bildschirme oder Spezialdruck z.B. auf hintergrundbeleuchtetes Plexiglas sind da etwas großzügiger, aber auch digital gibt es gute Gründe, bereits bei der Belichtung den Dynamikumfang zu bändigen. Hier kommen Verlaufsfilter zum Zuge. „Progrey Filter-System: Von Filterhaltern und Adaptern.“ weiterlesen

Praxis Capture One Pro: FAQ und Korrekturen

Seit August 2015 ist mein Sachbuch zu Capture One Pro draußen. In diesem Blog-Beitrag sammle ich Korrekturanmerkungen und Fragen / Antworten von Leserinnen und Lesern.

praxisc1Ein Sachbuch mit über 400 Seiten schreibt sich nicht über Nacht. Im Falle von Praxis Capture One Pro begann ich im Frühjahr 2014 mit der Arbeit; erschienen ist das Buch im August 2015. Was geschah in der Zwischenzeit? Neben dem allgemein bekannten Vorfall, dass aus Capture One 7 Capture One 8 wurde und die Version 9 bereits am Horizont zu erahnen war, wechselte Phase One zu einem Rolling-Release-Modell. Das heißt, dass während der Lebenszeit einer Version neben Fehlerkorrekturen auch neue oder überarbeitete Funktionen ihren Weg in die Software finden können. So geschehen zum Beispiel mit dem neuen Farbbalance-Werkzeug in Version 8.2 oder der überarbeiteten Bedienung fürs verkabelte Fotografieren mit Version 8.3.

Nun kombiniere man »Rolling Release« mit »Vorlauf für eine Buchveröffentlichung«, und das Problem wird klar: Das Buch wird einige Punkte aufführen, die heute oder in ein paar Monaten nicht mehr gelten oder nicht mehr genau so wie beschrieben funktionieren. Und das mal ganz ab von ganz hundskommunen Fehlern, die sich bei solchen umfangreichen Projekten immer einschleichen.

Diese Situation war mir während des Entwurfs bewusst, entsprechend ist das Buch auch nicht als reine Tutorial-Sammlung aufgebaut. Wie exakt Sie mit einem Einzelwerkzeug umgehen müssen oder welche Optionen genau sich hinter Einstellungs- und Werkzeugdialogen verstecken ist nicht so wichtig.

Damit Sie sich als lesender Fotografenmensch nicht zu sehr über Fehler ärgern, sammle ich in diesem Artikel kontinuierlich Korrekturen und Anmerkungen. Errata, könnte man es schöngeistigerweise nennen. Außerdem beantworte ich hier die meist-gestellten Fragen, die mir per Mail, Kommentar oder Brieftaube zugetragen wurden und noch werden. „Praxis Capture One Pro: FAQ und Korrekturen“ weiterlesen

Progrey Filter-System: Gradient-Filter, der Aufhell-Blitz der Landschaftsfotografie.

Filter. Manche lieben sie, andere hassen sie. Beruflich gehöre ich in die zweite Kategorie, aber da ist ja noch mein Hobby »Landschaftsfotografie«. In einer kurzen Artikel-Reihe beschreibe ich meine Experimente mit dem Progrey Filter-System. Teil 1: Ein bisserl Theorie, so zur Einführung.

Ich höre oft: Wozu braucht man heute noch Filter vorm Objektiv? Man fotografiert eh in einem RAW-Format und kann dann im Anschluss in Capture One oder Lightroom Lichter retten, Schatten hochziehen, die komplette Gradation nach dem eigenen Geschmack anpassen etc. p.p.. Filter sind ein Relikt aus der Analogzeit! Noch dazu stört jedes bisserl Zusatz-Glas vor dem Objektiv; Filter kosten Schärfe und verfärben das Bild!

Darauf antworte ich meistens: ja, aber. Denn inbesondere bei Verlaufsfiltern (»Gradient-Filter«) ist die Sache genau wegen der Digitalfotografiererei nicht ganz so eindeutig. „Progrey Filter-System: Gradient-Filter, der Aufhell-Blitz der Landschaftsfotografie.“ weiterlesen

Capture One Pro: Unterwegs Zeit sparen – mit Sitzungen

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Normalerweise habe ich wenige Dinge mit dabei, wenn ich beruflich als Fotograf unterwegs bin – Kameras, Objektive, Speicherkarten, Stift und Papier. Ich muss kein Notebook mit mir herumschleppen, ich bearbeite meine RAW-Dateien am großen Rechner. Bilder und Artikel liefere ich in der Regel einen, zwei Tage nach einer Veranstaltung.

Manchmal jedoch erhalte ich Aufträge, für die ich auswärts übernachten und Bilder vor Ort übergeben muss. Der Sitzungsmodus von Capture One macht mir in solchen Situationen das Leben entscheidend einfacher, sowohl im Hotelzimmer als auch später im Atelier.

Weshalb Sitzungen?

Zuerst einmal – ich bin mir Sitzungen gewöhnt. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Capture One, und sobald ich mir eine Arbeitsweise, einen »Workflow«, gewohnt bin, ändere ich nur ungern etwas daran. Ich verwende mittlerweile auf dem Desktop-Rechner auch Kataloge, aber auf Notebooks? Da greife ich weiterhin zu Sitzungen.

Abgesehen von der Macht der Gewohnheit machen es Sitzungen für mich einfacher, Bilder zu sichten, Sicherungskopien via FTP oder Dropbox zu erstellen und im Anschluss die Bilder incl. allen Einstellungen in meine Kataloge zu bekommen. „Capture One Pro: Unterwegs Zeit sparen – mit Sitzungen“ weiterlesen