Noch ein paar Tage.

Die zweite Auflage meines Capture-One-Buchs von 2015 kommt. Komplett überarbeitet, auf Stand Capture One Pro 10.1. Mehr oder weniger »komplett«, denn, nun ja, Alpha- und Betaversionen und Vorlauf sind eine eher unangenehme Kombination, die 10.1 ist immer noch in der öffentlichen Beta-Runde, aber egal. Phase One hat mir trotz Durchsicht des Manuskripts den Kopf noch nicht abgerissen, dürfte also passen.

Und was können Leserinnen und Leser, die bereits die erste Auflage kennen, erwarten?

  • Alle neuen Funktionen und damit verbundene Arbeitsansätze, ausführlich beschrieben
  • Neue Bildli, die das Ganze besser nachvollziehbar machen
  • Die wenigen Fehler der ersten Auflage sind behoben
  • Eckdaten: 412 Seiten, Hardcover, so mit Lesebändchen und so

Sollten Sie das Buch kaufen? Na logisch. Auch, wenn Sie schon die erste Auflage gelesen haben? Ja, aber. Das »aber« soll dabei so viel heißen, wie »ich fand die erste Auflage didaktisch schon kacke, was soll ich damit?« Ja, dann ist der Neukauf unnötig. Die Neuauflage ist dasselbe wie anno 2015, einfach nachgeführt und verbessert. Wenn Sie mit der ersten Version Mühe hatten, wird es Ihnen hier nicht wohler werden.

Aber falls nicht … nun ja, dann sage ich nicht nur aus Eigennutz (dafür verdiene ich zu wenig an den Büchern): Zumindest mal reinschauen wäre vielleicht nicht verkehrt. Das Ziel der ersten Auflage war es, dass sie keine weiteren Bücher mehr brauchen werden, weil Sie Capture One verstehen statt nur einsetzen. Falls es mit dem ersten Buch nicht geklappt haben sollte? Dann tut mir das leid. Aber deshalb gibt es ja auch die zweite, erweiterte Auflage. So schnell, wie Phase One die Software erweitert und verbessert, wäre ein How-to oder eine Tutorial-Sammlung schneller veraltet, als Sie »Piep« sagen können. So nach zwei Jahren … da darf man glaubs mal etwas aktualisieren.

Merci, Danke, und bei Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne per Twitter oder Mail zur Verfügung.

Praxis Capture One Pro: FAQ und Korrekturen

Seit August 2015 ist mein Sachbuch zu Capture One Pro draußen. In diesem Blog-Beitrag sammle ich Korrekturanmerkungen und Fragen / Antworten von Leserinnen und Lesern.

praxisc1Ein Sachbuch mit über 400 Seiten schreibt sich nicht über Nacht. Im Falle von Praxis Capture One Pro begann ich im Frühjahr 2014 mit der Arbeit; erschienen ist das Buch im August 2015. Was geschah in der Zwischenzeit? Neben dem allgemein bekannten Vorfall, dass aus Capture One 7 Capture One 8 wurde und die Version 9 bereits am Horizont zu erahnen war, wechselte Phase One zu einem Rolling-Release-Modell. Das heißt, dass während der Lebenszeit einer Version neben Fehlerkorrekturen auch neue oder überarbeitete Funktionen ihren Weg in die Software finden können. So geschehen zum Beispiel mit dem neuen Farbbalance-Werkzeug in Version 8.2 oder der überarbeiteten Bedienung fürs verkabelte Fotografieren mit Version 8.3.

Nun kombiniere man »Rolling Release« mit »Vorlauf für eine Buchveröffentlichung«, und das Problem wird klar: Das Buch wird einige Punkte aufführen, die heute oder in ein paar Monaten nicht mehr gelten oder nicht mehr genau so wie beschrieben funktionieren. Und das mal ganz ab von ganz hundskommunen Fehlern, die sich bei solchen umfangreichen Projekten immer einschleichen.

Diese Situation war mir während des Entwurfs bewusst, entsprechend ist das Buch auch nicht als reine Tutorial-Sammlung aufgebaut. Wie exakt Sie mit einem Einzelwerkzeug umgehen müssen oder welche Optionen genau sich hinter Einstellungs- und Werkzeugdialogen verstecken ist nicht so wichtig.

Damit Sie sich als lesender Fotografenmensch nicht zu sehr über Fehler ärgern, sammle ich in diesem Artikel kontinuierlich Korrekturen und Anmerkungen. Errata, könnte man es schöngeistigerweise nennen. Außerdem beantworte ich hier die meist-gestellten Fragen, die mir per Mail, Kommentar oder Brieftaube zugetragen wurden und noch werden. „Praxis Capture One Pro: FAQ und Korrekturen“ weiterlesen

Über Verlage, Autoren und Liebhaberei.

Im Mai/Juni erscheinen zwei meiner Kurzgeschichten in einer Doppel-Anthologie, im Herbst sollte noch eine dritte folgen. Horror-Zeugs. Nischen-Zeugs. Aber die ideale Zeit, mich mal zum Aspekt »Spartenliteratur« zu äußern.

Belletristisch bewege ich mich wie viele Genre-Kolleginnen und -Kollegen im Umfeld der Klein- und Kleinstverlage. Mein jetziger Verlag p.machinery geht gerade die Finanzamtprüfung durch, ob es sich um eine »Liebhaberei« oder ein »echtes Unternehmen« handelt. Das ist in diesem Umfeld nicht ungewöhnlich: Mit so genannter Genre-, Nischen- oder Spartenliteratur lässt sich nur in Ausnahmefällen groß Umsatz oder gar Gewinn machen. Die Situation des Verlags ist vergleichbar mit der von Freischaffenden. Stichwort »Scheinselbständigkeit«.

Die Großverlage, die den Bereich Horror und Phantastik im deutschsprachigen Raum beherrschen, tun dies vorwiegend über den Lizenzeinkauf: Ein bereits erfolgreiches Buch, oft angelsächsischen Ursprungs, wird übersetzt und auf den Markt gebracht. Man weiß, dass entweder der Name (z.B. Stephen King) zieht oder kennt konkrete Verkaufszahlen aus den USA (z.B. die Twilight-Serie). Entsprechend teuer sind solche Lizenzen – dafür reduziert der Verlag sein unternehmerisches Risiko. Dasselbe Phänomen findet sich bei Thrillern und Krimis, neuerdings auch bei Nackenbeißern und »Mommy Porn«. Leisten können sich solche Lizenzen nur die größten der großen Verlage. Ausnahmen bestätigen die Regel. „Über Verlage, Autoren und Liebhaberei.“ weiterlesen

Von Lektorat, Textredaktion und Schweinefleisch.

Gibt es einen Unterschied zwischen Lektorat und dem, was sich gerne „Textredaktion“ nennt? Die Antwort ist ja, aber auch nein. Das Lektorat redigiert, aber die Textredaktion lektoriert nicht. Oder nicht immer.

Aber Lektorat ist doch Redaktion!

Korrekt. Ein Redakteur lektoriert Texte: Er passt vorliegendes Material, oft von Journalisten oder P.R.-Textern, an die Gepflogenheiten und Anforderungen eines Mediums an. Oder verschwurbelt den Hirnabfall der Autoren gemäß der Zielrichtung eines Herausgebers. So wie der Chefkoch die Idee des Küchenjungen, Mango mit Schweinefilet zu kombinieren, überarbeitet, damit es zur Speisekarte des spezifischen Restaurants passt. Vielleicht, weil man in einem Halal-Lokal arbeitet und Schwein nicht serviert werden darf. Also adaptiert man das Rezept für Rind oder Lamm.

Oder den Broschürentext für Twitter und die Firmenwebsite.

Der Lektor jedoch: Er erarbeitet mit dem Autor zusammen das bestmögliche Produkt fürs angezielte Medium. Der Küchenjunge bekommt nicht ob seines religiösen Unwissens die Kelle um die Ohren geschlagen, sondern erklärt: Hier fehlt Salz. Schwein ist ein guter Ansatz, aber: Es fehlt Salz! Und überhaupt, Mango zu Schwein? Das beißt sich sowohl mit der Vorspeise als auch dem Sorbet am Ende des Menüs. Würde hier Geflügel nicht besser zum Hauptgang passen? Unsere Kunden mögen eh lieber Champagner und Weißwein, dann können wir uns den Bordeaux im Keller sparen.

Lektoren wird oft ein höheres Ziel angedichtet: Es gehe um Literatur, um Das Einzig Richtige, in Großbuchstaben. Das, was korrekt, nachvollziehbar und angemessen ist. Der Redakteur jedoch arbeite rein auf den Markt hin: Halal schließt Schweinefleisch aus, Punkt. Um den Rotwein kümmert er sich nicht weiters, das Schwein ist sein Problem. Kurzsichtiger Junge, dieser Redakteur!

Tatsächlich jedoch sind die Grenzen unscharf – der Lektor arbeitet für einen Verlag, also ein Unternehmen. Zumindest jedoch in der Hoffnung, dass der überarbeitete Text seinen gewerblichen Abnehmer finden wird. In Stil, Tonalität, Inhalt und Form muss es passen. Rotwein zu Hühnchen ist auch hier grenzwertig. Im übertragenen Sinne: Die Story passt zum Feminismus-Verlag, mach einfach aus dem Protagonisten eine Frau. Während der Redakteur dafür zu sorgen hat, dass eine Agenturmeldung oder ein Credo nicht der restlichen Firmenkommunikation widerspricht. Oder nicht das Konzept einer Zeitung, eines Magazins oder einer Anthologie ad absurdum führt.

Also gibt es keinen Unterschied zwischen Lektoren und Redakteuren?

Doch, einen Unterschied gibt es: Der Lektor gilt als Schöngeist, der sich an Details stört. Der Redakteur als (mehr oder weniger) knallharter Marketing-Profi. Beide jedoch haben den Markt im Auge, beide erledigen faktisch dieselbe Arbeit. Aber der eine wird spätestens seit Mad Men als Zyniker wahrgenommen, der andere wird von Jungautoren zum Demigott erhoben, dem Herrn über die persönliche, berufliche und finanzielle Zukunft.

Schon lustig, wie Visitenkarten die Wahrnehmung verändern können, nicht?

In München steht ein Hofbräuhaus. Eins, zwei, gsuffa.

Keine Bange, schon sehr bald wird es in Sachen Texterei weitergehen. Ich habe nach meiner Rückkehr in die Schweiz genug erlebt, um darüber ein halbes Dutzend Glossen zu schreiben. Aber nicht heute.

Nein, heute beschäftigen wir uns mit einem Aspekt des Schriftstellerdaseins. Einem wichtigen Aspekt. Einem, der immer wieder vergessen geht. Einem Aspekt, den auch ich übersehen habe.

Ja ja, wir haben es kapiert. Worum geht’s denn überhaupt?

Lesungen. Enttäuscht?

Ja, schon ein bisserl.

„In München steht ein Hofbräuhaus. Eins, zwei, gsuffa.“ weiterlesen