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Praxis Capture One Pro: FAQ und Korrekturen

Seit August 2015 ist mein Sachbuch zu Capture One Pro draußen. In diesem Blog-Beitrag sammle ich Korrekturanmerkungen und Fragen / Antworten von Leserinnen und Lesern.

praxisc1Ein Sachbuch mit über 400 Seiten schreibt sich nicht über Nacht. Im Falle von Praxis Capture One Pro begann ich im Frühjahr 2014 mit der Arbeit; erschienen ist das Buch im August 2015. Was geschah in der Zwischenzeit? Neben dem allgemein bekannten Vorfall, dass aus Capture One 7 Capture One 8 wurde und die Version 9 bereits am Horizont zu erahnen war, wechselte Phase One zu einem Rolling-Release-Modell. Das heißt, dass während der Lebenszeit einer Version neben Fehlerkorrekturen auch neue oder überarbeitete Funktionen ihren Weg in die Software finden können. So geschehen zum Beispiel mit dem neuen Farbbalance-Werkzeug in Version 8.2 oder der überarbeiteten Bedienung fürs verkabelte Fotografieren mit Version 8.3.

Nun kombiniere man »Rolling Release« mit »Vorlauf für eine Buchveröffentlichung«, und das Problem wird klar: Das Buch wird einige Punkte aufführen, die heute oder in ein paar Monaten nicht mehr gelten oder nicht mehr genau so wie beschrieben funktionieren. Und das mal ganz ab von ganz hundskommunen Fehlern, die sich bei solchen umfangreichen Projekten immer einschleichen.

Diese Situation war mir während des Entwurfs bewusst, entsprechend ist das Buch auch nicht als reine Tutorial-Sammlung aufgebaut. Wie exakt Sie mit einem Einzelwerkzeug umgehen müssen oder welche Optionen genau sich hinter Einstellungs- und Werkzeugdialogen verstecken ist nicht so wichtig.

Damit Sie sich als lesender Fotografenmensch nicht zu sehr über Fehler ärgern, sammle ich in diesem Artikel kontinuierlich Korrekturen und Anmerkungen. Errata, könnte man es schöngeistigerweise nennen. Außerdem beantworte ich hier die meist-gestellten Fragen, die mir per Mail, Kommentar oder Brieftaube zugetragen wurden und noch werden.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Falls Ihnen missverständliche Stellen oder gar Fehler (!!!!) auffallen sollten, schreiben Sie mich bitte auf rb@nggalai.com an. Ich werde sowohl FAQ als auch die Errata entsprechend ergänzen.

FAQ

Mein Buch fällt auseinander. Und jetzt?
Einige Leser haben sich gewundert, dass ihr Exemplar von »Praxis Capture One Pro« vergleichsweise schnell zerfleddert ist. Es handelt sich dabei nicht um einen Fehler, der die gesamte Auflage betrifft, aber trotzdem: unschön. Mein Verlag hat eine Mailadresse für Verarbeitungs-Reklamationen und Rückfragen eingerichtet: Sollte Ihr Exemplar sich als unerwartet fragil erweisen, wenden Sie sich bitte per Mail an c1@dpunkt.de. Der Verlag wird sich um eine Lösung kümmern.

Hey, Capture One Version 9 ist draußen! Wann kommt das Update für Dein Buch?
Als Betatester wurde ich von Phase One frühzeitig vorgewarnt, dass es nicht ewigs lange bei der Version 8 bleiben würde – mit ein Grund, dass ich das Buch eher »allgemein« gehalten habe. Kurz gesagt ist »Praxis Capture One Pro« auch als Arbeitsbuch zur Version 9 geeignet. Die wenigen Sachen, die sich grundlegend geändert haben, bespreche ich in einer (kostenlosen) Artikelreihe auf Fotoespresso, dem Foto-Magazin meines Verlags.

Wie funktioniert das mit den eBook-Versionen?
Das Buch gibt’s neben der Totholzvariante auch in verschiedenen eBook-Formaten wie z.B. für Amazons Kindle, als ePub oder PDF. Daneben bietet mein Verlag auch das so genannte dpunkt.plus+-System an: Für rund 10 Euro im Jahr (aktuell: 5 Euro als Promo) können Sie bis zu 10 PDF-Versionen von Büchern runterladen, die Sie bereits in der Papierversion besitzen. So zu sagen als digitale Ergänzung zum toten Baum.

Kurz: Wenn Sie öfters Bücher aus dem dpunkt.verlag lesen, wäre dpunkt.plus+ eine Überlegung wert. Wenn Sie aber genau nur mein Buch als eBook möchten? Dann können Sie »Praxis Capture One Pro« auch einfach einzeln im (Online-)Buchhandel oder direkt beim Verlag erwerben.

Dude! Where’s the English version? Why is it taking so long?
Earlier in 2015, US publisher Rocky Nook bought the rights for an English version of Praxis Capture One Pro, tentatively called »Capture One Pro 9: Mastering Raw Development, Image Processing, and Asset Management«. Translating 400 odd pages takes a crapload of time, especially with all those weirdo German inside jokes I used all over the place. I don’t envy the translators. Sorry, guys. Be it as it may, I’ll be given the opportunity for a final once-over when they are done with the English version to make sure all those mistakes listed above aren’t in it anymore, and that the book is as up-to-date as possible for a printed product about software to be. So, sorry for the delay. The book is scheduled to be out Q4 2015 / Q1 2016.

Korrekturverzeichnis

Kapitel 1.2.2, Seite 10: »Sämtliche früheren Versionen inklusive der abgespeckten Express-Version lassen sich zum selben Preis auf Capture One Pro 8 aktualisieren.«

Dieser Satz ist missverständlich bzw. ich frage mich gerade, wie übermüdet ich war, um das SO zu formulieren. Meine Güte, Erni.

Richtig ist: Ein Upgrade kostet seit Version 8 immer gleich viel, unabhängig von der Versionsummer der Ursprungsversion, aber nicht unabhängig vom damaligen Funktionsumfang. Capture One Pro 3-7 auf Pro 8 kostet immer gleich viel, egal, ob Sie von Version 3 oder Version 7 aktualisieren möchten. Ebenso kosten die Upgrades von den früheren Express-Versionen auf die Pro 8 immer gleich viel, unabhängig von der Versionsnummer – aber mehr, als ein Pro-auf-Pro-Upgrade oder ein Crossgrade von einer Sony-Spezialversion auf die »volle« Pro 8.

Kapitel 1.8.2, Seite 45ff: »Stapelverarbeitung mit Master-Bild? So geht’s.«

Nein, so »geht es« mit der aktuellen Version (8.3.3) von Capture One Pro nicht. Da ist mir während des Schreibens eine der vielen Beta-Versionen dazwischengekommen, die tatsächlich so wie beschrieben funktionierte: jede Regler-Bewegung wurde gleichzeitig auf alle ausgewählten Bilder angewandt. Das war super-langsam, besonders bei komplexeren Funktionen wie z.B. der Korn-Simulation.

Richtig ist: Das beschriebene Vorgehen gilt z.Z. nur für wenige Werkzeuge wie z.B. den automatischen Weißabgleich (aber nicht dem manuellen) oder das Erstellen von LCC-Profilen. Sie können so auch Stile oder Vorlagen auf einen Rutsch mehreren Bildern zuordnen. Aber das wäre es dann auch schon fast. In den meisten Fällen müssen Sie wie ganz unten auf Seite 46 und in Kapitel 12 beschrieben vorgehen, um Einstellungen auf mehrere Bilder anzuwenden: Mit »Anpassungen kopieren« gefolgt von »Anpassungen anwenden«, entweder alles auf einen Rutsch, oder nur für die gewünschten Werkzeugeinstellungen.

Kapitel 5.4, Seite 156: »In analogen Zeiten ließen Fotografen Filme gerne auch mal in Emulsionen entwickeln, die eigentlich nicht für das Filmmaterial gedacht waren. C41-Farbnegativfilm wurde in E6-Diafilm-Emulsion entwickelt, Diafilm in Schwarzweiß-Chemikalien und so weiter.«

Das ist natürlich falsch – als Emulsion oder »Fotoemulsion« bezeichnet man die lichtempfindliche Schicht auf dem Trägermaterial (z.B. Rollfilm), nicht die Flüssigkeit, in der man das belichtete Material entwickelt.

Richtig ist: Überall statt »Emulsion« »Entwickler« oder »Entwicklerflüssigkeit«.

2014: Ein (etwas) fotozentrischer Jahresrückblick.

Wie war mein Jahr 2014? Voller Überraschungen, Herausforderungen und Ärgernissen. Aber vor allem war es ein Jahr der Veränderung und des Weichenstellens. Jedenfalls alles andere als langweilig. Oh ja.

Das neue Jahr fing vergleichsweise ruhig an: Im Januar erschien mein Sachbuch »Mac und iPad für Fotografen« beim dpunkt.verlag-Inprint Smartbooks. Ein halbes Alpenmassiv fiel von meinen Schultern, die Arbeit am Buch hatte mich über ein halbes Jahr lang in Beschlag genommen. Ich spannte aus und widmete mich vorwiegend eigenen Arbeiten wie dem »Projekt Lengnau«.

Aber schon im April war es mit der Ruhe vorbei – gut! Nix da mit rasten-rosten! Der dpunkt.verlag trat mit der Bitte an mich heran, ein weiteres Fotografie-Buch zu schreiben. »Das Praxisbuch zu Capture One Pro« sollte eigentlich passend zur Photokina erscheinen. Nach ersten Gesprächen mit Phase One, dem Hersteller der Software, war aber klar: Abwarten. Da kommt noch was. Und nicht nur eine nötige Titel-Änderung, wie sich im Herbst zeigen sollte. Weiterlesen

Rezension: Christian Fleischhauer – Scrivener.

4260Die Schreibumgebung Scrivener ist ein komplexes Stück Software. Selbst langjährige Nutzer sind sich oft unsicher, ob sie Scrivener optimal einsetzen. Nun liegt endlich ein umfassendes Arbeitsbuch vor. Und das auf Deutsch!

Als ich Christian Fleischhauers Buch zur Hand nahm staunte ich nicht schlecht: 300 Seiten über eine Schreibsoftware, die es sich eigentlich zum Ziel gesetzt hatte, Autoren und Autorinnen mühselige Arbeit abzunehmen? Und das so einfach wie möglich? Wozu so ein dicker Schinken, ist doch alles klar und einleuchtend? Aber dann fiel mir meine Freundin ein, die ihr zweites Buch in Scrivener geschrieben hat – und nicht nur am Anfang mit der Bedienung und mit manchen Konzepten zu kämpfen hatte.

Ich setze Scrivener bereits seit 2007 für längere Texte ein, wie zuletzt in Sachen »Mac und iPad für Fotografen« beschrieben. Ich kenne die Software also gut. Aber Neulinge? Und wie gut kenne ich sie wirklich? Ja, Scrivener wird mit Tutorials und einem ausführlichen Handbuch geliefert, aber sie können bei weitem nicht alles abdecken. Hier will Fleischhauer mit seinem neuen Buch helfen. Und das macht er über weite Strecken auch für besagte Neulinge in leicht verständlicher Form. Weiterlesen