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Urlaub à la Freelance.

Als Freischaffender hat man eigentlich nie, nun ja, frei: Weder Ideen noch Kunden halten sich an Kalendereinträge. Auf Urlaub zu verzichten ist allerdings auch keine gute Idee.

Wie handhabt man als Freischaffender die Urlaubsfrage? Zu einem großen Teil ist sie fremdbestimmt – man hat dann Urlaub, wenn etwaige Familienmitglieder Urlaub haben. Oder wenn ein Kumpel dich auf seine Ísland-Reise mitnehmen möchte. Oder wenn es gerade eh sommerlochig zu und her geht.

Ich bin vorwiegend im Bereich der Kultur-Berichterstattung tätig. Und abseits von Openairs oder dem einen oder anderen Freiluft-Kino läuft im Sommer nicht viel. Galeristen machen Urlaub, Künstlerinnen ziehen sich in ihre Refugien zurück, alles läuft ein bisserl langsamer. Also eigentlich die perfekte Zeit, dass auch ich mir Urlaub nehme?

Jein. Denn auch wenn ich ab heute (yay!) drei Wochen Urlaub habe (doppel-yay!), gehört das »habe« eigentlich in Anführungsstriche. Als Freier hat man nie wirklich Urlaub. Neben Entspannung, lesen, dem Verfolgen privater Interessen und so weiter stehen auch berufliche Aufgaben an. Denn der Sommer ist auch die perfekte Zeit, Vorarbeit für den Herbst zu leisten. In meinem Fall als Städtli-Fotograf der Gemeinde Lichtensteig, dann arbeite ich noch an einer Bildstrecke für die Septemberausgabe des Magazin Saiten, und das Bildmaterial für die englische Übersetzung meines Capture-One-Buches ist auch noch offen. Aber – besagte Entspannung ist nötig, wichtig und hat den Vorrang. Das muss so, sonst kommt man irgendwann in Teufels Küche.

Kurz: Auch ich bin dann mal weg. Aber immer noch hier. Missgönnt Euren freien Mitarbeitern nicht den Urlaub. Denn höchstwahrscheinlich werden sie eh nicht wirklich frei machen können. Und wenn die Beantwortung einer Mail mal länger als einen Tag dauert, denkt daran: Auch Freelancer müssen mal ihre Batterien aufladen. Denn nur so werden sie über längere Zeit die Qualität liefern können, für die sie engagiert wurden.