Skylla und Webitis.

Diese Woche möchte ich davon berichten, wie der Arbeitsablauf in einem Web-Projekt aus Sicht des Texters aussieht. Man möge es mir verzeihen, wenn ich zwischendurch etwas gar bitter wirken sollte.

„Bitter“? Das klingt ja schon einmal nicht so gut.

Stimmt. Aber der Reihe nach.

Texter arbeiten selten isoliert, einfach nur für sich. Anders als Schriftsteller geht es nicht nur darum, dass man eine möglichst gute Geschichte möglichst geschickt erzählt. Eingeschlossen in seinem Kämmerchen, die Katze auf dem Schoß und die Gattin ins Wohnzimmer verbannt. Schön wär’s.

Nein, ein Texter arbeitet normalerweise nur an einem Teil eines größeren Projektes. Insbesondere bei Web-Projekten. Mit Team, Projektleiter etcetera. Oh ja, die Projektleiter. Und deren Mitarbeiter … „Skylla und Webitis.“ weiterlesen

Ein Hammer ist ein Hammer ist ein Hammer.

Heute wird’s etwas nüchterner als sonst. Denn: Wenn sich jemand für den Beruf des (freischaffenden) Texters interessiert, sollte diese Person auch eine Ahnung haben, was in Sachen Investitionen anfallen wird. Denn natürlich braucht auch ein Texter Handwerkszeug.

Werkzeuge für Texter? Was gibt es da denn zu besprechen? Ist doch klar!

Einen Computer, Word, einen Drucker, fertig!

Und ein Zimmermann arbeitet nur mit dem Hammer. Klar. „Ein Hammer ist ein Hammer ist ein Hammer.“ weiterlesen

Eine Frage des Stils.

Einige treue Leser werden sich wohl mittlerweile fragen, wann denn nun endlich etwas über die Kombination Schriftsteller/Texter kommt. Waren doch die anderen Artikel eher allgemein-texterlicher (sic) Natur. Nun denn, ich will heute eines der Hauptprobleme ansprechen, das einen Autor erwartet, der zwischendurch als Texter arbeiten möchte: Die Sache mit dem Stil. Aber ich höre Sie schon fragen:

Stil? Weshalb ist das ein Problem?

Ganz einfach: Von einem Schriftsteller wird erwartet, dass er oder sie die eigene Stimme findet. Den eigenen Stil entdeckt und pflegt. Dass man nicht nur so schreibt wie eine Vorschul-Version von Stephen King. Viele Autoren sind stolz darauf, dass sie genau so schreiben, wie sie schreiben, und von Lesern auch wiedererkannt werden.

Und genau das ist im Normalfall bei einem Texter unerwünscht. „Eine Frage des Stils.“ weiterlesen

Eike und die heilige Pecunia.

Für einen Schweizer untypisch spreche ich heute einmal das Tabu-Thema überhaupt an: Geld. Etwas typischer für einen Schweizer werde ich allerdings keine konkreten Zahlen nennen, sondern möchte mich lieber auf etwaige Fallstricke konzentrieren. Nun denn:

Was muss ein freischaffender Texter in Sachen Honorar beachten?

Zuerst einmal genau das – es handelt sich um ein Honorar, nicht um einen Lohn. Man kann es auch „Vergütung“ nennen, wenn man Fremdwörter nicht mag, aber verkneifen Sie sich Begriffe wie „Stundenlohn“ in Offerte und Rechnung.

Sobald von einem „Lohn“ die Rede ist, werden gewisse offizielle Stellen hellhörig. Die Schweizer SVA zum Beispiel kann dieses Wort bei Selbständigen nicht ausstehen, vermutet sie doch dann eine sogenannte „Scheinselbständigkeit“. Im schlimmsten Fall folgt eine Buchprüfung beim Kunden. Nicht schön. Ähnlich sieht es die deutsche Künstlersozialkasse. Kurz gesagt: Angestellte erhalten Lohn. Freischaffende Texter erhalten ein Honorar. Wie Hausärzte oder Rechtsanwälte. Nur mit weniger Prestige, dafür mit mehr Kaffee und Kippen. „Eike und die heilige Pecunia.“ weiterlesen

Normseiten? Huh?

Heute will ich zur Abwechslung einmal praktisch werden. Denn früher oder später wird sich der freischaffende Jungtexter fragen:

Bei Zeus, Miss Marple! Wie nur soll das Manuskript aussehen, das ich dem Kunden schicke?

Eigentlich ist die Sache klar: Manuskriptformat mit Normseiten, gut ist. Allerdings verwenden viele – wenn nicht die meisten – Agenturen und Texter andere Normen für ihre Manuskripte als Schriftsteller und Verlage es tun. Besonders dann, wenn Übersetzer mit im Spiel sind. Denn die sind etwas eigen. Was auch kein Wunder ist, wenn man pro Zeile bezahlt wird. „Normseiten? Huh?“ weiterlesen