Noch ein Stöckchen!

Und wieder ein Stöckchen, dieses Mal ein journalistisch angehauchtes. René Rödiger hat interessante Fragen gestellt. Da kann ich nicht kneifen.

1. Sind Journalisten wirklich so schlimm wie ihr Ruf?

Man sagt Journalisten gerne nach, dass sie sogar im privaten Gespräch immer am recherchieren seien und gedanklich Notizen nehmen. Eine Journalistin hätte nie frei, selbst beim Feierabendbier würde mitgehört, was am Stammtisch nebenan vor sich geht.

Aber ist das schlimm? Erst dann, wenn es zu einem generellen Misstrauen führt. Aber das, was ich im persönlichen Umfeld wahrnehme, ist nur eine gewisse Skepsis, selbst bei Interviews: Einige Menschen scheinen der Meinung zu sein, dass der Interviewpartner eine vorgefasste »Story« mit Hilfe selektiver Zitaten abfüllen wolle. Weil er oder sie eine »eigene Agenda« verfolge. Darauf folgt oft Geschwurbel wegen »linksgedrehtem Einheitsjournalismus«, was ich immer sehr drollig finde.

Faktisch habe ich noch nie erlebt, dass solche mulmigen Gefühle berechtigt wären. Aber ich treibe mich auch nicht mit Boulevard-Reportern herum. Zumindest nicht wissentlich. Err.

2. Welche Print-Produkte hast Du aus welchen Gründen abonniert?

Unser Haushalt hat einige Abonnemente am Laufen. Da wäre zuerst mal die LFI, Leica Fotografie International. Der Grund? Es ist so ziemlich das einzige Fotografiemagazin, das Bilder und Reportagen in den Mittelpunkt stellt – und nicht Vergleichstests, »die 10 wichtigsten Belichtungstipps« oder komische »Workshops« , die schon bei Drucklegung veraltet waren.

Neben den üblichen Verdächtigen wie dem Beobachter oder der Annabelle (diese aber nicht mehr lange) findet sich auch die Thurgauer Zeitung (logisch), Ostschweiz am Sonntag sowie die Cinema und PM Geschichte im Briefkasten. Die Weltwoche abonnieren wir als Digital-Abo, Neue Zürcher Zeitung wird so 2-3x die Woche als Totholzexemplar gelesen, Blick und 20 Minuten wenn’s irgendwo rumliegt. So oder so konkurriert unser Altpapier-Berg mit demjenigen des Landgasthofs gegenüber.

3. Wie sehen Deine Traum-Ferien aus?

Die habe ich schon 1x jährlich: Gemütlich mit vollgepacktem Kofferraum kreuz und quer durch die Schweiz reisen und in historischen Hotels absteigen. Dort schreiben, ausspannen und vollfressen, dann ein bis zwei Tage später ab ins nächste Hotel, bis das Vermissen der Katze uns übermannt. Beziehungsweise überkatzt.

Darüber nachgedacht: Die Traum-Ferien wären dann genau das, plus Büsi und verständnisvollem Hotelpersonal.

4. Was würdest Du unglaublich gerne können?

Isländisch! Ich liebe die Sprache, aber mein Altnordisch-Studium reicht nur fürs rudimentäre Lesen einfacherer Texte, und auch das ist über die Jahre eingerostet. Ironischerweise verstehe ich Schwedisch besser als Isländisch oder Norwegisch. Das muss dringend geändert werden.

Unglaublich-gerne-können würde ich auch diese Sache mit dem Menschen-Verstehen. Ich bin supitoll darin, Aktionen und Reaktionen von Mitmenschen nachvollziehen zu können, aber wirklich verstehen? Da krieg ich immer so hässliche Stirnfalten von und meine Hand macht zuckende Bewegungen aus der theoretischen Philosophie, aka Logik-Operatoren.

5. Wie viele Mails hast Du derzeit in Deinem Postfach? Wie viele davon ungeöffnet?

Vier, und Null. Ich bin Verfechter der Inbox-Zero-Philosophie und lösche schnell und großzügig (heute, Sonntag, bisher 26 Nachrichten). Mein E-mail-Archiv, das über 13 Jahre zurückreicht, fasst entsprechend auch »nur« rund 6000 Nachrichten. Und das, obwohl ich größtenteils via E-mail kommuniziere.

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Dieses Stöcken war eigentlich nur für bloggende Schweizer Journalisten gedacht. Aber mir ist der Begriff zu eng. Deshalb als erstes die folgenden Fragen:

  1. Leisten Blogger journalistische Arbeit? Falls ja, weshalb? Falls nein, weshalb nicht?
  2. Was genau ist Twitter für Dich, beziehungsweise wie setzt Du es ein?
  3. Liefert die Schweizer Presse heute tatsächlich einen »linksgedrehten Systemjournalismus«?
  4. Bist Du eine Hunde- oder eine Katzenperson?
  5. Für wie relevant hältst Du Deinen eigenen Blog beziehungsweise Deine eigenen Blogs?

Weitergeben möchte ich das Stöckchen an folgende Personen:

  • Daniel Menna, weil er bei Interviews auf der »anderen« Seite sitzt,
  • Andreas Gossweiler, weil er sich oft kritisch gegenüber Leuten äußert, die im Internet den digitalen Heiland sehen,
  • Zora Debrunner, weil sie die interessantesten Themenblogs in meinem Bekanntenkreis führt,
  • Dreizehntel, weil sie eine Katze ist,
  • Balthasar Glättli, weil er schon ewig im Netz unterwegs ist und trotzdem Nationalrat wurde.

Fange, wer mag.

2 Gedanken zu „Noch ein Stöckchen!

  1. Pingback: Blogstöckchen von Sascha Erni | Das Miteinander lernen

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