Noch ein Stöckchen!

Und wieder ein Stöckchen, dieses Mal ein journalistisch angehauchtes. René Rödiger hat interessante Fragen gestellt. Da kann ich nicht kneifen.

1. Sind Journalisten wirklich so schlimm wie ihr Ruf?

Man sagt Journalisten gerne nach, dass sie sogar im privaten Gespräch immer am recherchieren seien und gedanklich Notizen nehmen. Eine Journalistin hätte nie frei, selbst beim Feierabendbier würde mitgehört, was am Stammtisch nebenan vor sich geht.

Aber ist das schlimm? Erst dann, wenn es zu einem generellen Misstrauen führt. Aber das, was ich im persönlichen Umfeld wahrnehme, ist nur eine gewisse Skepsis, selbst bei Interviews: Einige Menschen scheinen der Meinung zu sein, dass der Interviewpartner eine vorgefasste »Story« mit Hilfe selektiver Zitaten abfüllen wolle. Weil er oder sie eine »eigene Agenda« verfolge. Darauf folgt oft Geschwurbel wegen »linksgedrehtem Einheitsjournalismus«, was ich immer sehr drollig finde. „Noch ein Stöckchen!“ weiterlesen

Der bessere Freund.

Filmriss.

»Alles in Ordnung mit dir, Martin?«

Ich saß im Büro, vor mir kauerte mein Chef. Er hielt mich an den Schultern fest und schaute mir konzentriert in die Augen. Ich strich mir das Haar aus dem Gesicht und wunderte mich darüber, dass meine Hand nass war.

»Ja, alles in Ordnung. Ist etwas?«

Mein Chef schien erleichtert. Dann hustete er. »Nun ja, du bist auf dem Hof im Kreis herumgelaufen und hast dabei gemurmelt. Ich habe dich sicher fünf Minuten beobachtet, aber du gingst immer weiter im Kreis herum, sehr schnell; kein Wunder, dass du jetzt schweißüberströmt bist.« Ich musste feststellen, dass ich tatsächlich klatschnass war. Das Hemd klebte an meinem Oberkörper und die Krawatte hing auch nicht besonders ordentlich. „Der bessere Freund.“ weiterlesen

Von Disziplin und einem doofen Fotokalender.

Als Freischaffender ist Disziplin nicht unwichtig: Termine sollte man einhalten, und es ist unangenehm, von erbosten Kunden-Mails wachgerüttelt zu werden. Aber in der Kreativ-Branche ist das nicht immer ganz einfach.

Wir alle verzetteln uns zwischendurch, verschlampen Deadlines oder übersehen eine Mail mit einer Terminänderung. Ist nur menschlich, da helfen die ausgeklügeltsten Computer- oder Papiersysteme nur wenig. Kann passieren.

Nach über einem Jahrzehnt in der »Kreativ-Branche« glaube ich aber mittlerweile, dass genau in dieser Branche das, hmm, Verschlampungspotential ausgesprochen groß ist. Viel größer als zum Beispiel im kaufmännischen Bereich. Ich denke, dass daran zwei Punkte mitverantwortlich zeichnen:

  1. Inspiration hält sich nicht an Büroöffnungszeiten, auch wenn man mit mehr oder weniger lustigen Techniken etwas nachhelfen kann.
  2. Die Möglichkeiten zur aktiven Prokrastination sind vielfältiger als in anderen Berufszweigen. „Von Disziplin und einem doofen Fotokalender.“ weiterlesen

Wie, online?

Ein Stöckchen. Oh Gott. Ein Stöckchen von Marc! Aber da sich ein großer Teil meiner Arbeit, wie hier im Blog dokumentiert, »online« abspielt und dieses Stöckchen sich um »online« dreht …

Nun ja. Wer Stöckchen und komische 10-Punkte-Listen nicht mag, sollte jetzt besser wegklicken. Noch da? Okay. Los geht’s.

1. Was war dein bisher bestes Online-Erlebnis?
Vor Jaaahren meine Froindin in einem Schreib-Forum kennengelernt zu haben. Und dann Jaaahre später mit ihr zusammen zu kommen.

2. Was war dein bisher übelstes Online-Erlebnis?
Da gab’s so eine Diskussion in einem Fotografie-Forum, wo ich mich zu sehr reinsteigerte. Die Diskussion ging dann, objektiv (haha) betrachtet, »gut« für mich aus – aber ich machte mir schon Sorgen darum, ob ich solche Sachen nicht ZU ernst nehme. Seither klebt ein gelbes NEIN!!-Schild an meinem Bildschirm.

Das gelbe NEIN!!-Schild, Dein Freund und Helfer.
Das gelbe NEIN!!-Schild, Dein Freund und Helfer.
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In München steht ein Hofbräuhaus. Eins, zwei, gsuffa.

Keine Bange, schon sehr bald wird es in Sachen Texterei weitergehen. Ich habe nach meiner Rückkehr in die Schweiz genug erlebt, um darüber ein halbes Dutzend Glossen zu schreiben. Aber nicht heute.

Nein, heute beschäftigen wir uns mit einem Aspekt des Schriftstellerdaseins. Einem wichtigen Aspekt. Einem, der immer wieder vergessen geht. Einem Aspekt, den auch ich übersehen habe.

Ja ja, wir haben es kapiert. Worum geht’s denn überhaupt?

Lesungen. Enttäuscht?

Ja, schon ein bisserl.

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