GTD für (heutige) Freischaffende, Teil 1: Über Kontexte

Ich verwende seit vielen Jahren eine Variante der »Getting Things Done«-Methode (GTD). Aber wie nützlich sind deren Konzepte für heutige Freelancer? Eine Betrachtung in einer losen Artikelreihe.

Wie viele GTD-Nutzer halte auch ich mich schon beinahe sklavisch an einige der klassischen Regeln wie z.B. »Was du in 2 Minuten erledigen kannst, erledige sofort« oder »Im Zweifelsfall lieber ein zusätzliches Projekt eröffnen statt eine ungeordnete Liste verwenden.« Aber wie vielen anderen auch hat mir David Allens Metapher der »Kontexte« zusehends Mühe gemacht – ärgerlich, da der Kontext einer der vier Grundpfeiler des gesamten GTD-Systems darstellt.

Weshalb gibt es sowohl unter Hardcore-GTD-Anhängern als auch in den Software-Communities für Produkte wie 2Do oder OmniFocus ständig Diskussionen darüber, was ein passender Kontext sein könnte oder wie viele Kontexte eine Aufgabe tatsächlich haben sollte? Allen hat das doch alles definiert! Der Kontext ist die eine nötigste Voraussetzung, um überhaupt eine Aufgabe erledigen zu können! Logisch und einfach!

Ja. Das war es vielleicht, als Allen sein Buch veröffentlichte. Aber das GTD-Konzept ist mittlerweile doch recht alt geworden. „GTD für (heutige) Freischaffende, Teil 1: Über Kontexte“ weiterlesen

Urlaub à la Freelance.

Als Freischaffender hat man eigentlich nie, nun ja, frei: Weder Ideen noch Kunden halten sich an Kalendereinträge. Auf Urlaub zu verzichten ist allerdings auch keine gute Idee.

Wie handhabt man als Freischaffender die Urlaubsfrage? Zu einem großen Teil ist sie fremdbestimmt – man hat dann Urlaub, wenn etwaige Familienmitglieder Urlaub haben. Oder wenn ein Kumpel dich auf seine Ísland-Reise mitnehmen möchte. Oder wenn es gerade eh sommerlochig zu und her geht. „Urlaub à la Freelance.“ weiterlesen

Die Flut!, oder: E-mail für Freischaffende.

postboxManche lieben Mail-Kommunikation heiß und innig, andere hassen es wie die Pest. So oder so, E-mail wird uns wohl auch im Zeitalter von WhatsApp, Skype und Konsorten noch lange erhalten bleiben. Aber wie mit der Mailflut umgehen?

Ich mag E-mail. Richtig doll! Ich kann selbst entscheiden, wann (und ob) ich auf Anfragen reagiere. Ich werde nicht mitten in einem Kreativitätsschub von meinem Handy angepiepst, kein Messenger hüpft in der Taskleiste herum und stört. Zwei, drei mal am Tag Mailprogramm aufmachen, abarbeiten, Ruhe ist.

Tja. Wenn nur leider nicht in der Zwischenzeit die Inbox geflutet worden wäre. Das alles muss erst mal gesichtet und nach Relevanz bewertet werden. Besonders für Freischaffende nicht immer ganz einfach: Wir haben nicht nur eine Projektleitung, sondern arbeiten oft an mehreren Projekten unterschiedlicher Unternehmen parallel, je nach unserem Geschäftsfeld mit einer Handvoll bis mehreren dutzend Kunden gleichzeitig. Verlegt man den Hauptteil seiner Kommunikation aufs Medium »E-mail«, kommt entsprechend viel zusammen – das dann bitte im Anschluss auch archiviert werden soll. Oft weit über das Ende eines Projektes hinaus.

Kurz: Auch wenn man E-mail persönlich bevorzugt und den Einsatz dieses Kommunikationskanals forciert (indem man z.B. nur in Ausnahmefällen Telefonnummern an seine Kunden weitergibt), wird man kaum darum herumkommen, sich Gedanken über den Umgang mit Mail zu machen. Sonst droht man in Nachrichten zu ertrinken und darf sich an Holzstöckchen festklammern, die so unangenehme Namen tragen wie »trotzdem kurz anrufen« oder »Entschuldigungsmails tippseln«. „Die Flut!, oder: E-mail für Freischaffende.“ weiterlesen

Kranke Selbständigkeit.

Mich hat es abgetischt, wie wir Schweizer das gerne nennen. Ich war krank. Was ich für einen einfachen grippalen Infekt (vulgo »Erkältung«) hielt erwies sich als The Real Thing™. Wie geht man als Freischaffender mit solchen Situationen um?

Die Grippe-Welle hat dieses Jahr den Thurgau früher als üblich erreicht. Der halbe Kanton scheint zu rotzen, zu husten und über Kopf- und Gliederschmerzen zu klagen. Die Wartezimmer sind so voll wie die Nebenhöhlen der Betroffenen. Nicht schön.

Mich hatte es vor zweieinhalb Wochen auch erwischt. Und dumm wie nur Selbständige sein können verweigerte ich mich der Einsicht, dass es mehr als »nur eine Erkältung« sein könnte. Ich verschleppte die Krankheit volle zwei Wochen. Auch nicht schön, denn in dieser Zeit war ich weder körperlich noch geistig fähig, meiner Arbeit nachzugehen.

Für Menschen im Angestelltenverhältnis ist die Situation nicht weiters wild – zumindest dann, wenn die Firma nicht gerade auf dem letzten Loch pfeift oder ein extrem wichtiges Projekt vor dem Abschluss steht. Sie können sich bei der Chefin abmelden, nach 1-3 Tagen geht man zum Arzt, holt ein Zeugnis, und kuriert sich aus. Der Lohn wird normal weiter bezahlt, die Stelle ist sicher (sofern man es mit den Krankheitstagen pro Jahr nicht maßlos übertreibt oder die Geschäftsleitung nicht aus Soziopathen besteht). Freischaffende und Selbständige trifft eine gröbere Erkrankung härter. „Kranke Selbständigkeit.“ weiterlesen

GTD für Freischaffende.

David Allens «Getting Things Done»-Methode hat viele Anhänger. Auch unter Software-Entwicklern, die auf allen möglichen Plattformen um das Interesse der zeit-managenden Kundschaft buhlen. Nach einem halben Jahr mit Papier und Stift kehrte ich allerdings digitalen Lösungen den Rücken zu.

filofax

Der Computer soll einem Arbeit abnehmen. Das funktioniert besonders gut bei Dingen, die repetitiv und ein bisserl langweilig sind – Posteingang, Dateien organisieren, oder eben auch: Aufgaben. Programme zum Verwalten von Aufgabenlisten gibt es schon so lange, wie es digitale Rechenknechte gibt. Applikationen, die sich an GTD orientieren, sind oft neueren Datums, erfreuen sich aber großer Beliebtheit. So zum Beispiel OmniFocus der, nun ja, Omni Group.

Ich wurde euphorisch, als OmniFocus angekündigt wurde, und landete schnell im Betatest-Team. Endlich eine Aufgabenverwaltung, die so funktionierte, wie ich es wollte. Respektive wie ich es mir gewohnt war und jahrelang mehr schlecht als recht mit Outlook und Thunderbird zu replizieren versuchte. Ich schrieb gar eine flammende Rede, weshalb OmniFocus das beste Produkt aller Zeiten sei, wichtiger als Kondome, Toast-Brot und kosmischer Frieden und Harmonie zusammen. „GTD für Freischaffende.“ weiterlesen