Schwarzweiß-Fotografie, oder Fotos ohne Farben.

Auch im Zeitalter der DrölfmillionenpixeldigitalHDRkameras haben Bilder in Schwarzweiß ihren Reiz. Aber nicht immer handelt es sich dann auch um Schwarzweiß-Fotografie. Der Versuch einer Differenzierung.

Grautöne haben Hochkonjunktur. Nicht erst, seit Leica die Monochrom oder Phase One die Achromatic-Backs vorgestellt haben spielt »Schwarzweiß« auch in der Digital-Fotografie eine Rolle. Hochzeitsbilder werden schon seit Jahren vermehrt (und mit deutlich preisgünstigerer Ausrüstung) digital in Schwarzweiß gehalten. Auch in der Reportage- und Modefotografie finden sich immer wieder Bilder, die vollständig auf Farbinformationen verzichten. Aber nicht alle diese Bilder sind Schwarzweiß-Fotos. Sondern Bilder ohne, nun ja, Farben.

Viele Menschen wählen einen Schwarzweiß-Filter in ihrer Bildbearbeitung, weil sie eine »zeitlose Stimmung« erzielen möchten. Das ist absolut legitim. Um bei den Hochzeitsbildern zu bleiben – man heiratet in der Regel, weil man wider besseren statistischen Wissens daran glaubt, dass es bis zum Tod halten wird. Die Bilder via Schwarzweiß-Filter auf »zeitlos« zu trimmen hat also durchaus eine nachvollziehbare Funktion, bietet eine zusätzliche Informationsebene: Die Fotos sollen keine Momentaufnahmen darstellen, sondern so zeitlos wie die Fotos sein, die man im Nachlass der Großeltern gefunden hat. Ewige Liebe. Emotionen. Et cetera. „Schwarzweiß-Fotografie, oder Fotos ohne Farben.“ weiterlesen

Rezension: Christian Fleischhauer – Scrivener.

4260Die Schreibumgebung Scrivener ist ein komplexes Stück Software. Selbst langjährige Nutzer sind sich oft unsicher, ob sie Scrivener optimal einsetzen. Nun liegt endlich ein umfassendes Arbeitsbuch vor. Und das auf Deutsch!

Als ich Christian Fleischhauers Buch zur Hand nahm staunte ich nicht schlecht: 300 Seiten über eine Schreibsoftware, die es sich eigentlich zum Ziel gesetzt hatte, Autoren und Autorinnen mühselige Arbeit abzunehmen? Und das so einfach wie möglich? Wozu so ein dicker Schinken, ist doch alles klar und einleuchtend? Aber dann fiel mir meine Freundin ein, die ihr zweites Buch in Scrivener geschrieben hat – und nicht nur am Anfang mit der Bedienung und mit manchen Konzepten zu kämpfen hatte.

Ich setze Scrivener bereits seit 2007 für längere Texte ein, wie zuletzt in Sachen »Mac und iPad für Fotografen« beschrieben. Ich kenne die Software also gut. Aber Neulinge? Und wie gut kenne ich sie wirklich? Ja, Scrivener wird mit Tutorials und einem ausführlichen Handbuch geliefert, aber sie können bei weitem nicht alles abdecken. Hier will Fleischhauer mit seinem neuen Buch helfen. Und das macht er über weite Strecken auch für besagte Neulinge in leicht verständlicher Form. „Rezension: Christian Fleischhauer – Scrivener.“ weiterlesen

Software für Schreiberlinge: Mit Mac und iPad Sachbücher verfassen.

4200Ein dunkles Arbeitszimmer. Nur das Gesicht des Autors wird vom Bildschirm beleuchtet, den übervollen Aschenbecher und die Schnapsflasche erkennt man kaum. Dann tippt der unrasierte Mensch den letzten Satz und seufzt tief. Es ist vollbracht! Er erhebt sich, füttert die Katze und stellt sich endlich mal wieder unter die Dusche. Die Verlagssuche kann warten, die Katze ist doch schon arg mager geworden.

So oder ähnlich stellen sich viele Menschen die Schreiberei von Manuskripten vor. Heute läuft es allerdings oft etwas anders, wie ich am Beispiel meines ersten Sachbuches Mac und iPad für Fotografen demonstrieren möchte. „Software für Schreiberlinge: Mit Mac und iPad Sachbücher verfassen.“ weiterlesen

Kranke Selbständigkeit.

Mich hat es abgetischt, wie wir Schweizer das gerne nennen. Ich war krank. Was ich für einen einfachen grippalen Infekt (vulgo »Erkältung«) hielt erwies sich als The Real Thing™. Wie geht man als Freischaffender mit solchen Situationen um?

Die Grippe-Welle hat dieses Jahr den Thurgau früher als üblich erreicht. Der halbe Kanton scheint zu rotzen, zu husten und über Kopf- und Gliederschmerzen zu klagen. Die Wartezimmer sind so voll wie die Nebenhöhlen der Betroffenen. Nicht schön.

Mich hatte es vor zweieinhalb Wochen auch erwischt. Und dumm wie nur Selbständige sein können verweigerte ich mich der Einsicht, dass es mehr als »nur eine Erkältung« sein könnte. Ich verschleppte die Krankheit volle zwei Wochen. Auch nicht schön, denn in dieser Zeit war ich weder körperlich noch geistig fähig, meiner Arbeit nachzugehen.

Für Menschen im Angestelltenverhältnis ist die Situation nicht weiters wild – zumindest dann, wenn die Firma nicht gerade auf dem letzten Loch pfeift oder ein extrem wichtiges Projekt vor dem Abschluss steht. Sie können sich bei der Chefin abmelden, nach 1-3 Tagen geht man zum Arzt, holt ein Zeugnis, und kuriert sich aus. Der Lohn wird normal weiter bezahlt, die Stelle ist sicher (sofern man es mit den Krankheitstagen pro Jahr nicht maßlos übertreibt oder die Geschäftsleitung nicht aus Soziopathen besteht). Freischaffende und Selbständige trifft eine gröbere Erkrankung härter. „Kranke Selbständigkeit.“ weiterlesen

Über Verlage, Autoren und Liebhaberei.

Im Mai/Juni erscheinen zwei meiner Kurzgeschichten in einer Doppel-Anthologie, im Herbst sollte noch eine dritte folgen. Horror-Zeugs. Nischen-Zeugs. Aber die ideale Zeit, mich mal zum Aspekt »Spartenliteratur« zu äußern.

Belletristisch bewege ich mich wie viele Genre-Kolleginnen und -Kollegen im Umfeld der Klein- und Kleinstverlage. Mein jetziger Verlag p.machinery geht gerade die Finanzamtprüfung durch, ob es sich um eine »Liebhaberei« oder ein »echtes Unternehmen« handelt. Das ist in diesem Umfeld nicht ungewöhnlich: Mit so genannter Genre-, Nischen- oder Spartenliteratur lässt sich nur in Ausnahmefällen groß Umsatz oder gar Gewinn machen. Die Situation des Verlags ist vergleichbar mit der von Freischaffenden. Stichwort »Scheinselbständigkeit«.

Die Großverlage, die den Bereich Horror und Phantastik im deutschsprachigen Raum beherrschen, tun dies vorwiegend über den Lizenzeinkauf: Ein bereits erfolgreiches Buch, oft angelsächsischen Ursprungs, wird übersetzt und auf den Markt gebracht. Man weiß, dass entweder der Name (z.B. Stephen King) zieht oder kennt konkrete Verkaufszahlen aus den USA (z.B. die Twilight-Serie). Entsprechend teuer sind solche Lizenzen – dafür reduziert der Verlag sein unternehmerisches Risiko. Dasselbe Phänomen findet sich bei Thrillern und Krimis, neuerdings auch bei Nackenbeißern und »Mommy Porn«. Leisten können sich solche Lizenzen nur die größten der großen Verlage. Ausnahmen bestätigen die Regel. „Über Verlage, Autoren und Liebhaberei.“ weiterlesen